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Nächster Seminar Termin:

2011 in Planung
Hof Schönborn
Katzwinkel/Sieg
Info: eMail

 

Seminare

Vorbereitung eines Shires auf eine Zuchtschau:

Vorbereitung von Shire Horses für eine Schau und Richten von Shires, ergänzt durch einen Vortrag über Zähne und Zahnpflege beim Pferd


Die Shires werden"von untern nach oben" wie für eine Show feingemacht. Beim Waschen des üppigen Fesselbehangs, der "feathers", wurde dieser zunächst mit in Wasser aufgelösten Seifenflocken und Geschirrspülmittel (!) gründlich angefeuchtet und anschließend mit Kernseife oder Shampoo so oft und lange gewaschen, bis der Schaum rein weiss aussah. Besonderen Wert wird darauf gelegt, dass auch die unteren Haare, z.B. in der Fesselbeuge, gänzlich gesäubert werden.


Nachdem jegliche Seifenreste mit viel klarem Wasser ausgespült worden waren, werden zur Trocknung der Haare feines Sägemehl ("wood flour") großzügig in die Haare eingerieben und der Überschuß herausgeschüttelt. Das Ergebnis ist ein seidiger, volumiöser Fesselbehang.


Um die Stellung von Huf und Fessel zu betonen, werden einige Zentimeter oberhalb der Fessel auf der Vorderseite des Fesselgelenks und der Röhre lange Haare ausgezupft. Eine besonders weisse Färbung der "feathers" wird durch Bestäuben mit Baby-Puder erzielt.

Nachdem die Füsse der Shires auf diese Weise ihren letzten Schliff erhalten hatten und das Fell glänzend geputzt war (laut Mr Ward ist es in England üblich, das gesamte Pferd für eine Show zu waschen), wurden die Schweife frisiert und geschmückt. Egal, ob ein geschorener, kurzer oder langer Schweif - nie sollen die Haare oben an der Schweifrübe geschnitten oder gestutzt werden. Wichtig ist, dass Schweifring ("tail ring") und Schleifen möglichst weit oben eingearbeitet werden, denn es wird nach den Bewertungsrichtlinien eine eher kurze Oberlinie der Kruppe mit hohem Schweifansatz gewünscht. Dieser kann durch den genannten Schmuck sowohl positiv wie auch negativ hervorgehoben werden!


Aus je zwei kurzen Strähnen Schweifhaar und zwei Bastfaserbüscheln wurden oben an der Schweifrübe zwei "Hörnchen" geflochten, in die man abschließend noch Fähnchen einarbeiten konnte. Eine lange Schweifsträhne aus der Mitte der Schweifrübe wurde dann geflochten und zum Knoten geschlungen, auf den mit Hilfe des berühmt berüchtigten Nagels und zweier Bänder der "tail ring" aufgesetzt wurde. Mit Bändern oder Schleifen konnte dieser dann noch verziert werden.

Mr Ward betonte, dass der Stil des Schweifschmucks - unter Berücksichtigung der Bewertungsrichtlinien - nicht von Bedeutung sei, wichtig wäre es jedoch, dass dieser ordentlich aussähe und mit dem Erscheinungsbild des Pferdes harmoniere. Ein langer Schweif kann z.B. unterhalb des Schmuckes offengetragen oder aber eingeflochten und aufgebunden werden.

Das Flechten der Mähnen nach englischem Vorbild wurde von der Geschäftsführerin unseres Vereins, Dr. Jutta Jung vorgeführt. Sinnvoll und praktisch war es hierbei, auf einer Bank o.ä. möglichst hoch über dem Pferdehals zu stehen, um bei der Arbeit nicht den Überblick zu verlieren. Mr Ward betonte, dass gerade beim Flechten nur Übung den Meister mache - in seiner Freizeit solle jeder Shire-Besitzer einfach nur mal so sein Pferd einflechten, wieder ausflechten, erneut einflechten, ... Nach etlichen Versuchen könne man sich dann auch daran wagen, an jeder dritten Kreuzung der mit der Mähne verflochtenen Wollstränge ein Fähnchen o.ä. zum Schmuck einzuarbeiten.

Nachdem alle Pferde von den mehr oder wenigher geübten Teilnehmern des Workshops gemeinschaftlich herausgeputzt worden waren, wurde das Richten einer Showklasse erläutert. Die anwesenden Pferde - Stuten, Wallache, ausgewachsene und junge Pferde in einer ungewöhnlich bunt gemischten Klasse - wurden gemeinsam und einzeln im Schritt und Trab vorgeführt. Mr. Ward beurteilte Gang und Gebäude der Pferde, ebenso Hufe und äusseres Erscheinungsbild. Das Rückwärtsrichten nach dem Gehen und Traben auf gerader Linie werde gefordert, um eventuelle Schäden der Gelenke erkennen zu können, erläuterte der Richter. Er betonte, dass besonderer Wert auf Beinstellung, Hufe und Beschlag gelegt werde, denn hierin bestehe der Wert der "Arbeitsmaschine Pferd".

Gestärkt mit einem Imbiss gingen die Teilnehmer sodann in die nächste Runde des Workshops, in der Wally Ward einen sehr interessanten Vortrag über die Zusammenhänge zwischen den Zähnen eines Pferdes und seiner generellen Gesundheit und Leistungsfähigkeit hielt. Wally Ward ist ein staatlich anerkannter Pferde-Dental-Techniker aus den USA, Mitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied der International Association for Equine Dental Technicians, Besitzer einer grossen Reitschule ausserhalb von Boston, Massachusetts und Zeit seines Lebens ein Pferdemann.

Im Anschluß an den Vortrag nahmen einige der anwesenden Shire-Besitzer gern die Gelegenheit wahr, ihren Pferden ins Maul und auf die Zähne schauen zu lassen, und erhielten ebenso wie die übrigen Teilnehmer auch gleich eine praktische Demonstration zur Vertiefung des gerade Gehörten.

(von Kathrin und Michael Bücker, Bramsche)


Hufpflege

DSHV-Seminar am 4. April 1998:

 

Am 4. April 1998 fand am Domsteinbruch in Wachtberg Ein DSHV-Seminar zur Hufpflege statt. Das Seminar wurde von dem DSHV-Mitglied und Huftechniker Stefan Walter, Möckmühl, gehalten. Zur Teilnahme reisten 23 Interessierte aus dem ganzen Bundesgebiet an.

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführerin Dr. Jutta Jung begann Stefan Walter seinen Vortrag über die Hufpflege. Zur Veranschaulichung gab es für jeden Teilnehmer eine Mappe mit Abbildungen zu den einzelnen Themen. Besprochen wurde der Aufbau des unteren Pferdebeines und des Hufes, die Ansicht der Hufunterseite, der Aufbau der Hufwand, die Lage des Hufknorpels und die Wirkung des Eisenbeschlags auf den belasteten Huf sowie Huffehlbildungen bzw. -erkrankungen. Insbesondere die Rehe und ihre Behandlung mit und ohne Beschlag wurde durchgenommen, aber auch die Behandlung des Bockhufes und die verschiedenen Methoden zur Fixierung von Hornspalten und Hornköüften sowie die Entstehung von Hornsäulen.


Anhand von mitgebrachten "Hufbekleidungen" demonstrierte Stefan Walter die Wirkungsweise und Besonderheiten der verschiedenen Hufeisenformen, des Eisenbeschlags, des Kunststoffbeschlags und der Hufschuhe.

Das Seminar war nicht auf Shires beschränkt, aber es konnte auf die besonderen Bedürfnisse des Shire-Hufes eingegangen werden, zumal Familie Walter selbst reichlich Erfahrung mit Shire-Füssen gemacht hat.


So scheint beim Beschlag die Beschaffung von XXL-Grössen das vorherrrschende Problem zu sein, insbesondere bei Kunststoffbeschlägen, ganz zu schweigen von Hufschuhen.


Mehrere Anfragen kamen auch zur Strahlfäule, für die der flache, grosse Shire-Huf viel Angriffsfläche zu bieten scheint.


Zum Abschluss des Vortrags wurde die Pflege eines Barhufs an Edmund Jungs Stute DOMSTEINBRUCH FLORA demonstriert. Bei der Behandlung einer Hornspalte kam es auch zum Einsatz eines Hufpflasters (in die DSHV-Annalen eingegangen als "Bebberle").

Einen gemütlichen Ausklang fand das Seminar in einem italienischen Restaurant am Ort, in dem man sich rasch aufwärmte, stärkte und die neuesten Streiche seiner lieben Dicken erzählte.

Von Annelie Reißner, Dortmund